Aktuell Herbst 2011





Liebe Weinfreundin, lieber
Weinfreund,
…der Herbst, der ein Sommer
war! So könnte man den Wetterverlauf in diesem Jahr bezeichnen.
So viele Wetterkapriolen hatten wir noch selten in einem Jahr zu
verzeichnen.
Der Sommer begann bereits im April
und brachte eine der frühesten Traubenblüten überhaupt, nämlich
bereits Ende Mai. Die Vegetation in den Weinbergen war im Sommer
bereits 3 Wochen voraus.
Die große Trockenheit im April und
Mai schadete den Reben nicht, da diese sehr tief wurzeln und auch
längere Trockenperioden schadlos überstehen können.
Ein anderes Ereignis überraschte uns allerdings im wahrsten
Sinne des Wortes „eiskalt“. Am Morgen des 4. Mai (die
Triebe waren bereits über 20 cm lang gewachsen) herrschten verbreitet
bis zu – 4°C. Solche Temperaturen führen unweigerlich
zu Erfrierungen der jungen Triebe, was auch einige unserer Lagen
betraf. Hier war für dieses Jahr kein Ertrag mehr zu erwarten.
Das Frostereignis hat fast alle Weinbauregionen
mehr oder weniger erfasst. Zuletzt gab es ein solches gebietsübergreifendes Spätfrostereignis
1953!!
Zum Glück sind die nicht betroffenen Weinberge prächtig
gediehen und wir können derzeit (25. September) einen qualitätsmäßig
sehr hoffnungsvollen Jahrgang einbringen.
Sehr erfreulich für
unser Weingut verliefen auch die letzten Weinprämierungen. Besonders
stolz sind wir auf eine Goldene Kammerpreismünze für unsere
2009 Riesling Spätlese trocken. Gilt doch gerade diese Kategorie
(Riesling trocken) als Königsdisziplin unter den Weinmachern.
Solchermaßen geehrt, ist der Wein leider mittlerweile ausverkauft
- er sollte aber dennoch hier noch einmal Erwähnung finden.
In einer weiteren Paradedisziplin
konnten wir auch noch punkten:
Unsere Rotweincuvée, 2008er Nuance, erhielt nicht nur eine
Silberne Kammerpreismünze, sie errang auch im bundesweit ausgeschriebenen
Weinwettbewerb unseres Ökoverbandes den 1. Preis im sog. ECOwinner-Wettbewerb
in der Kategorie Rotweine bis 12,5%Vol. Alkohol. Gerade diese Kategorie
ist uns ein persönliches Anliegen, denn besondere Rotweine – auch
ohne große Alkoholbetonung zu erzeugen, braucht viel Erfahrung
und Geduld.
So wünschen wir Ihnen viel Freude und Entspannung
beim Genuss unserer Weine!
Weingut Rösch-Spies
Ute und Sieghard
Spies
Guntersblum, den 04.10.2011
20 Jahre ökologischer Weinbau – und
es geht weiter!
Ökologie aus Tradition und Verantwortung
Das
elterliche Weingut wurde uns - Ute und Sieghard Spies - 1991 übergeben.
Wir stehen somit in einer langen Familientradition, in der das Weingut
von einer Generation an die nächste übertragen wurde.
Aus
dem aktiven Engagement in umwelt- und sozialorientierten Vereinen
kommend, war es uns bei der Betriebsübernahme ein wichtiges
Anliegen, unsere Weinberge so zu bewirtschaften, dass wir der Verantwortung
zur Bewahrung der Schöpfung und der Erhaltung unserer natürlichen
Lebensgrundlage auch für unsere Kinder gerecht werden.
So haben
wir uns 1991 dem Bundesverband ökologischer Weinbau (ECOVIN)
angeschlossen und bewirtschaften unseren Betrieb nach dessen Richtlinien.
Dies bedeutet, dass in unseren Weinbergen neben den Rebstöcken
vielerlei Wildpflanzen und Nützlinge Lebensraum finden. Wir
verzichten auf chemische Herbizide, Insektizide, leichtlösliche
Stickstoffdünger und versuchen den Aufwand an Technik und Energie
auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren.
Unseren Reben
gewähren wir besondere Pflege. Wir beschränken den Ertrag
unserer Weinberge zugunsten der Qualität unserer Weine. Somit
werden die wertgebenden Weininhaltsstoffe auf wenige Trauben konzentriert
- die wichtigste Voraussetzung zur Erzeugung gehaltvoller Weine.
So steht es in der Präambel zu unserer Homepage im Internet!
Nach nunmehr 20 Jahren „Öko-Weinbau live“, war es
nun an der Zeit über die Zukunft unseres Weingutes zu entscheiden.
Unsere vier Kinder haben nach ihrem Studium entsprechende Berufe
ergriffen (die jüngste Tochter studiert noch) und es sah nicht
nach einer Betriebsnachfolge aus.
Da entschied sich unser Sohn vor
wenigen Monaten das Weingut zu übernehmen. Heiko ist Dipl. Informatiker,
hat auch schon einige Zeit an der Universität gearbeitet und
so kam seine Entscheidung recht überraschend für uns Eltern.
Nicht desto weniger sind wir darüber hocherfreut und sind somit
(weiterhin) voller Elan und vorerst noch gemeinsam dabei, ökologischen
Weinbau zu betreiben und daraus möglichst ansprechende Weine
zu gewinnen!
Ute und Sieghard Spies