Aktuell Frühjahr 2011
Liebe Weinfreundin, lieber
Weinfreund,
der Weinjahrgang 2010 fand in der
Presse bereits eine große Resonanz. So wurde – wie alle
Jahre – natürlich die Qualität des Jahrganges und
seine Besonderheiten eifrig diskutiert. Es war sicherlich ein außergewöhnlicher
Jahrgang – und dies in zweierlei Hinsicht. Einerseits ließ der
etwas unterkühlte Sommer uns um eine gute Qualität bangen,
was andererseits aber wieder durch eine sehr geringe Erntemenge ausgeglichen
werden konnte. Bleibt als Resümee die Feststellung: Qualität
sehr ansprechend – Menge allerdings gering.
Wir haben die ersten
2010er auf die Flasche gefüllt und sind nach wie vor von der
Qualität der Weine sehr angetan. Sie sind erstaunlich fruchtig
und aromatisch.
Eine weiterer analytischer Wert -
abgesehen vom Mostgewicht (in Grad Öchsle gemessen) rückte aber auch in den Blickpunkt
des Interesses: Die Weinsäure. Diese war trotz der Reife und
der guten Qualität des Jahrganges doch recht hoch. Nun lässt
sich dieses Problem recht leicht lösen, indem man die Säure
der Moste bzw. Weine auf chemischen Weg mit etwas Kalk neutralisiert.
Diese Methode greift aber die Weine doch etwas in ihrer Substanz
an, da man nicht nur Säure bindet, sondern auch noch andere
Inhaltsstoffe entfernt.
Wir haben uns deshalb auch bei den
Weißweinen
dazu entschlossen, die Säureminderung durch den „biologischen
Säureabbau“ vorzunehmen. Dies ist nicht etwa eine Methode,
die nur den biologisch wirtschaftenden Winzerbetrieben gut ansteht-
nein, dies kann natürlich von allen Betrieben durchgeführt
werden. Bei Rotweinen ist dieses Verfahren Standard und funktioniert
folgendermaßen: Die Gesamt-Weinsäure besteht aus der (etwas
unreiferen) Äpfelsäure und der eigentlichen Weinsäure.
Durch bakterielle Kulturen wird nun unter bestimmten Bedingungen
(pH-Wert, Temperatur) die Äpfelsäure zur milderen Milchsäure
abgebaut. Dieses Verfahren kann also auch bei Weißweinen eingesetzt
werden. In der Schweiz ist das übrigens die dort übliche
Methode auch des Weißwein-Ausbaues.
Bei uns wird diese Methode
auch gerne bei den Burgunder-Rebsorten angewendet, also auch bei
Grau- und Weißburgunder Weinen. In diesem Jahr haben wir auch
den Riesling einem „biologischen Säureabbau“ unterzogen
und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Sie haben somit in diesem
Frühjahr eine breitere Rieslingauswahl: Zum einen unsere mittlerweile
perfekt gereiften Rieslinge: den trockenen aus 2009 mit Glasverschluss
und den Riesling feinherb. Dazu dann den „besonderen“ Riesling
aus 2010 mit einem frischen Zitrusaroma und sehr fruchtigem Geschmack!
Für die Freunde unserer Roséweine gibt es wieder den
beliebten Schwarzriesling Rosé trocken des aktuellen Jahrganges.
Eine weitere Rosé-Spezialität konnten wir Ihnen (und
uns) nicht vorenthalten: Einen 2009er Cabernet Sauvignon Rosé Spätlese!
Mittlerweile ein Jahr im Holzfass gereift hat er uns sehr überzeugt,
ja begeistert. Ausdrucksstarke mediterrane Aromen (denn dort kommt
der Cabernet Sauvignon ja her) und einem herrlich dichten Geschmackseindruck
lassen diesen Rosé zum idealen Essensbegleiter – nicht
nur der sommerlichen Grillfeste – werden.
So ist sicherlich
für jeden Geschmack in unserer Weinauswahl etwas dabei!
Wir
wünschen Ihnen somit einen schönen Frühling und Sommer
mit entspannten Abenden und dem Genuss unserer Weine.
Ute und Sieghard
Spies
Weingut Rösch - Spies
Guntersblum, den 10.04.2011
Frühjahr 2011
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