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Aktuell November 2000:
Herbst 2000
Der "Goldene Oktober" hat nicht ganz gehalten,
was wir gerne von ihm erwartet hätten. Immer wieder gab es kurze
Regenschauer, die das Einbringen der Ernte behinderten. Der Vegetationsvorsprung
von mehreren Wochen (durch den hochsommerlichen Mai bedingt) hielt sich
bis in den September und schrumpfte dann doch so langsam zusammen. Letztendlich
kann man - was die Vegetationszeit betrifft - immer noch von einem guten
Weinjahr sprechen.
So schlecht war dieser Sommer von den Temperaturen
her somit wohl doch nicht - und der reichliche Regen im Sommer brachte
eine üppige Vegetation. Ein "highlight" dieses Herbstes war u.a.
die Ernte unseres Grauen Burgunders. Der über zwanzigjährige
Weinberg erbrachte ein erstaunliches Mostgewicht von 97° Oechsle!!
Wir haben zu diesem Spitzenwert allerdings auch etwas beigetragen, indem
wir einige Wochen vor der Weinlese alle unreifen Trauben entfernten,
somit den Ertrag reduzierten und damit die Qualität entscheidend
erhöhten. Dieses "Verfahren" wird übrigens bei unseren Rotweinen
generell durchgeführt und bei den Weißweinsorten je nach
Notwendigkeit.
Kaum zu erkennen ist derzeit unser in diesem
Jahr angepflanztes Jungfeld mit der Sorte Grauer Burgunder. Da im ökologischen
Weinbau sehr viel Wert auf die Bodengesundheit gelegt wird, haben wir
im August eine sog. Winterbegrünung mit Senf und Ölrettich
eingesät. Die Einsaat ist derzeit bereits höher als die jungen
Reben, was gleichzeitig eine intensive Durchwurzelung des Bodens mit
sich bringt, die auch nach dem Abfrieren der Grünmasse im Winter
für die Bodenstruktur von großem Vorteil sein wird.
Unsere Barriquefässer wurden im August ihres
wertvollen Inhalts entledigt (mittlerweile sind sie bereits wieder mit
2000er Rotweinen befüllt). Nach fast einem Jahr Fasslager wurden
der 1999er Barriquewein und unsere beliebte Rotwein-Cuvee "Nuance" auf
Flaschen gefüllt. Beide Weine sind Cuvee´s aus den Rebsorten
Dornfelder und Regent, die sich wegen ihrer komplexen, tiefroten Farbe
und ihrer voluminösen Struktur hervorragend für diese Ausbauweise
eignen. Der Unterschied der beiden Weine zueinander besteht darin, dass
für den Barriqueausbau nur neue Fässer als Erstbelegung verwendet
werden. Die Cuvee Nuance reift hingegen in Barriquefässern, die
bereits zwei- oder mehrmals mit Rotwein belegt waren. Letztere geben
kaum noch vom Holz geprägte Aromen an den Wein ab, gewährleisten
aber durch ihren kleinen Fassinhalt (210 l) eine perfekte Reifung der
Rotweine durch Mikrooxidation (durch Zutritt von Sauerstoff durch die
Holzporen).
Somit wurden diese Rotweine bisher sozusagen
nur kurz ins Rampenlicht gezerrt (bei der Abfüllung) - um sodann
wieder in unseren Kellergewölben, nunmehr auf der Flasche, weiter
zu reifen.
Aber keine Angst, die Weine sind bereits bestens
trink- und genussfähig und es spricht nichts dagegen, wenn sie
ihre weitere Karriere - sprich Reifung - in "Ihrem" Weinkeller vollenden!
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© by
Joachim Ott
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