Aktuell Herbst 2005
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Die Ernte des Jahrganges 2005 ist bereits
weitgehend abgeschlossen. Zu verdanken ist dies einem sehr sonnigen,
warmen und trockenen September und auch noch einem außergewöhnlich
milden „goldenen“ Oktober.
Als wir die ersten Traubenreifemessungen
Anfang September durchführten, waren wir über den bereits
zu diesem Zeitpunkt erreichten Reifegrad sehr überrascht. War
doch der „gefühlte“ Sommer 2005 gar nicht so überragend
gewesen! Die Wetterstatistik zeigte allerdings gar nicht so schlechte
Wetterdaten auf (siehe RS-Info im Anhang).
Auch vertragen unsere heimischen Rebsorten
extreme Hitzeperioden nicht so gut; sie stellen dann die Assimilation
ein und die Trauben können sich nicht weiter entwickeln. So war
der Sommer 2005 für unsere Weinberge offensichtlich ein optimaler!
RÜCKBLICK AUF DEN SOMMER
2005
Nach dem Ende des meteorologischen Sommers
staunten wir nicht schlecht über das statistische Ergebnis des
Deutschen Wetterdienstes. In der Bilanz werden die Monate Juni, Juli
und August zusammengefaßt. Der Sommer 2005 lag gar nicht so
schlecht und war insgesamt zu warm. Er übertraf sein Soll um
0.5 – 0,7 Grad, wobei Juni und Juli einen hohen Wärmeüberschuss
brachten und der August etwas unter der Norm lag. Der Niederschlag
blieb weit unter der Norm dieses Dreimonatszeitraumes.
Wir wissen, dass unseren Weinkunden
in Bayern oder in Norddeutschland diese Kunde vom „rheinhessischen
Sommer 2005“ nur schwer zu vermitteln sein wird!!!
Die Wetterbilanz wird auch durch die
Ergebnisse der Traubenreifemessungen bestätigt. Sieht man sich
die Entwicklung der Trauben im Zeitraum von 80 Tagen nach der Blüte
an, erkennt man staunend, dass diese die des Supersommers 2003 fast
noch übertraf!!!
Das Geheimnis dürfte darin begründet
liegen, dass unsere heimischen Rebsorten nun einmal an etwas gemäßigtere
Klimaten bestens angepaßt sind. Auch stellen sie bei zu großer
Hitze die Assimilation ein, wie dies 2003 in den Hitzeperioden der
Fall war.

Die Säurewerte 2005 liegen zwar
etwas höher, zeigen in der Reifecharakteristik aber große
Ähnlichkeit zu 2003, sofern man als Vergleichsmaßstab die
Tage ab Ende der Blüte heranzieht.
Allerdings endete 2005 die Blüte etwa 14 Tage später (17.6.)
als 2003 (4.6.).

Ergo: Wir dürfen auf das Ergebnis
der gezeigten statistischen Zusammenhänge sehr gespannt sein
– allerdings – entscheidend wird allein der sensorische
Geschmackseindruck sein; und um den sind wir derzeit im Weinkeller
bei der Gärung und dem Ausbau der Weine noch sehr bemüht!