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Ute und Sieghard Spies
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67583 Guntersblum

Tel: 0 62 49 / 24 44
Fax: 0 62 49 / 88 23
e-mail: roesch-spies@t-online.de

 

ECOVIN Rheinhessen

Aktuell Herbst 2003
Jahrhundertjahrgänge

Aktuell September 2003

Rieslingtraube im September 2003

Der Jahrhundertjahrgang findet statt! Noch nie war die Vegetation zu diesem Zeitpunkt soweit fortgeschritten, noch nie wurden so hohe Öchslegrade wie derzeit gemessen - und - was das wichtigste ist: Die Wetteraussichten kündigen eine stabile Hochdruckwetterlage an. Nochmals Sonne und Trockenheit!

War uns die Trockenheit im Sommer nicht immer recht - jetzt ist sie von ausschlaggebender Wichtigkeit. Denn unter diesen Bedingungen können die Trauben ohne Fäulnis weiterreifen.

Die Wettersituation im September und Anfang Oktober sind letztendlich für die Güte eines Jahrganges entscheidend. Die Traubenentwicklung eines noch so schönen Sommers kann durch einen nassen Spätsommer und Herbst zunichte gemacht werden.

Bereits Mitte September gut durchgefärbter Schwarzriesling

Die Einmaligkeit des diesjährigen Jahrganges werden auch durch die folgenden Graphiken des Deutschen Wetterdienstes belegt. Man sieht hier sehr schön die Vergleiche zu den bisherigen "Jahrhundertjahrgängen wie z.B. 1921, 1934, 1947 und 1976.

In den Graphiken sind nicht die Absolutwerte, sondern die jeweilige Abweichung vom Durchschnittswert aufgetragen. Das bedeutet, je höher eine Säule nach oben / unten geht, desto größer ist die Abweichung und desto extremer war das jeweilige Jahr.

Wie Hans-Helmut Schmitt vom Deutschen Wetterdienst ausführt, fällt das laufende Jahr bei der Mitteltemperatur, die bei 15,5°C liegt, besonders aus dem Rahmen. Noch nie gab es einen so warmen Zeitraum April bis August. Sogar das Jahr 1947, das bisher immer als Maß aller Dinge galt, wird in diesem Jahr übertroffen.

Nicht ganz so extrem ist es bei der Sonnenscheindauer. Hier liegt der Mittelwert bei 1049 Stunden, das Jahr 2003 dürfte "nur" auf Platz drei kommen. "Sonnenjahr Nr. 1" bleibt 1947, gefolgt von 1976. Das laufende Jahr wird etwa so viel Sonne haben wie das Jahr 1921. Jenes sagenhafte Jahr 1921 wird hingegen unerreicht bleiben, was das Ausmaß der Trockenheit betrifft. Alte rheinhessische Winzer erzählen, dass in diesem Jahr der Most "wie Cognac aus der Kelter gelaufen sei", wohl als Folge welken Erntegutes. In der Rangliste der Trockenjahre folgen dann 1976, 1947 und 1991.

Spitzenplatz bei der Sonnenscheindauer:

Quelle: DDW. Für eine größere Ansicht klicken Sie auf die Grafik.

Außergewöhnliche Trockenheit:

Quelle: DDW. Für eine größere Ansicht klicken Sie auf die Grafik.

Höchste Durchschnittstemperatur April bis August

Quelle: DDW. Für eine größere Ansicht klicken Sie auf die Grafik.


Eine endgültige Einstufung eines Weinjahrganges in die Reihe der "Jahrhundertjahrgänge" ist allerdings erst (und verständlicherweise) in der Nachbetrachtung möglich.

Mit dem erforderlichen Zeitabstand können definitiv als "Jahrhundertjahrgänge" eingestuft werden:
1993, 1990, 1976, 1971, 1959, 1953, 1949, 1945, 1937, 1921, 1920, 1911.

Glaubt man einschlägigen Prognosen der Klimaexperten, werden hierzulande immer länger werdende Sonnenscheinperioden und Gluthitze häufiger zu erwarten sein. Wie Dr. Norbert Becker vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg feststellte, treten die einzelnen Stadien der Rebentwicklung bereits heute um sieben bis 12 Tage früher ein als im Durchschnitt der letzten 40 Jahre.

Nussbäume werden in ihrer Vegetationsentwicklung schon von jeher den Weinbergen gleichgesetzt: Wie man sieht - die Nuss fällt gleich vom Baum!!

 

DAS JAHR DES WINZERS: DIE ÜBERSICHT

 

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© by Joachim Ott